Hauptsächlich frankophone Namensformen:


WATELET WATELIER WATELIN WATELLE WATELLIER WATERLO WATERNAU de WATERS WATHAR WATHIER WATHIEZ WATIER WATIEZ WATIGNY WATILLIAUX WATIN WATINE WATRE de WATRIGANT WATRIN WATRIPON WATTARD WATTEAU WATTEBLED Ducla de WATTEBLED WATTECAMPS WATTEEUW WATTELAR WATTELIER WATTELIN WATTERLOT de WATTEVILLE du Grabe de WATTEVILLE WATTEZ WATTIER WATTIER Comte de St. Alphonse WATTIEZ WATTIGNY WATTIN WATTINNE WATTRELOT WATTREMEZ WATTRINGUE WATY de WAUBERT Genlis de WAUBERT WAUQUIER WAUTERS WAUTHIER WAUTHY de WAUTIER WAUTY

Namensformen Watty

Der Name W A T T Y

Vorkommen, Abwandlungen und etymologische Verwand- schaft


Wer sich mit Familienforschung beschäftigt, wird früher oder später an Grenzen stoßen, die nicht allein auf der Unauffindbarkeit von Urkunden oder schriftlichen Zeugnissen beruht.

Lange vorher wird er feststellen, daß über die Zeit ein Name der unterschiedlichsten Verformung unterworfen sein kann, so daß zu Beginn der Forschertätigkeit scheinbar Quellen versiegen, so der Forscher nicht etymologische Zusammenhänge klären und Namens-Verwandschaften aufdecken kann.

Dies kann oft nur gelingen, wenn der Forscher sich etymologisches Denken zu eigen macht. Mit Hilfe der Etymologie ist es möglich, die Entwicklungsgeschichte eines Namens in jene Zeitabschnitte zu verfolgen, die noch keine kontinuierliche schriftliche Überlieferung aufweisen.

Durch Anwendung der Lautgesetze können Namen in Wortsippen zusammengefasst, und damit die gemeinsame Grundlage eines Namens, sein Stamm, die Wurzel, erschlossen werden. So kann die eigentliche Herkunft eines Namens oft viel weiter zurückverfolgt werden, als dies anhand von schriftlicher Überlieferung möglich ist...
Natürlich hat sich auch der Name Watty in den vergangenen, mehr als 1000 Jahren, Veränderungen unterzogen.

Den Namensursprung finden wir unzweifelhaft im Keltischen Sprachschatz: er lautet WAD'HARI, was soviel wie Krieger, Anführer bedeutet. Die nachfolgende Karte stellt die Verbreitung keltischer Stämme in Europa dar, damit verbunden auch die Verbreitung der keltischen Sprache und die Verwendung keltischer Namen. Aus dem keltischen WAD'HARI kristallisierte sich im Laufe der Zeit die Namensform WALT HER [(Ver)Walter] heraus, die zur heutigen Form WALTHER/ WALTER wurde. Die Form WATTY ist eine Verkleinerungsform/ Verniedlichung des Namens WALTER...

Die Keltischen Stämme besiedelten von Ihrer Stammheimat aus ab dem 9. Jh v.Chr. nahezu den gesamten Westeuropäischen Raum, vom Elbquellgebiet, der Donau, bis hinunter auf die Iberische Halbinsel. Die Besiedelung Britanniens ging dabei vom Nordwesten Frankreichs aus, Kelt-Iberer gelangten etwa 900 v.Chr. auch aus Spanien nach Irland. Ein weiterer Zustrom der Welshman (Normannen) erfolgte später aus Wales nach Irland.

[Die Verbreitung Keltischer Stämme in Europa]


Quelle: Putzger, Historischer Weltatlas

Sowohl in Britannien als auch auf dem französischen Festland war damit eine geschlossene Keltische Besiedelung erfolgt. Etymologischen Forschungen zufolge liegt hier auch der Ursprung unseres Namens. Dieser ist dabei regionalen Verformungen unterworfen worden, die sich in vielfältiger Art manifestierten.

Neben der Ausbreitung in westliche Richtung findet sich auch westlich der Elbe auf dem Gebiet des heutigen Sachsens eine gefestigte Keltische Population. Aber auch nach dem Untergang der Kelten und der Aufteilung Europas unter neuen Volksgemeinschaften haben sich etymologische Gegebenheiten erhalten. So finden wir heute noch in der gälischen Sprache die Reste dieser alten Kultur in Wales, Schottland, Irland und in der bretonischen und normannischen Sprache recht lebendig vor.

In der damals alemannischen Ostmark des Hl. Römischen Reiches dt. Nation finden wir die älteste Nennung der Namensform WATTIN, die auf den keltischen Ursprung zurückzuführen ist. Markgraf Dietrich von Hassegau und seiner Frau entstammte der Markgraf von Merseburg, DEDO I. von WATTIN, gest. 13.11.1009 in Mose, Wolmirstedt, der vor 985 Thietburge von HALDENSLEBEN ehelichte und mit ihr einen Sohn, DIETRICH II. von WETTIN, ebenso Markgraf, gest. am 19.11.1034, verheiratet mit Mathilde von MEISSEN, hatte. Aus dieser Verbindung entstammte DEDI von WETTIN, Markgraf der Ostmark, gest. Okt. 1075, verheiratet mit Oda von der LAUSITZ. Deren Tochter, Adelheid von MEISSEN, heiratete Ernst I. von Österreich. Söhne gab es nicht, womit diese Linie ausstarb.

Die nächst älteste belegte Namensnennung finden wir in einer alten irischen Ballade, 'The Welshman of Tirawley', in der eine Clan - Fehde aus dem Jahre 1075 n. Chr. besungen wird. Die Söhne des Wattin aus dem Clan der Barrets wurden wegen eines Jungfrauenfrevels vom Clan der Lynotts geblendet und mussten so den Flusslauf des Duvowen River nördlich von Crossmolina in der Barony of Tirawley/ County of Mayo auf darin liegenden Steinen überqueren. Wer es schaffte, wurde nochmals geblendet. Diese Begebenheit aus dem westlichen Irland ist historisch belegt. Der Barret-Clan, wie auch der Clan der Lynotts stammte aus Wales. Sie waren Nachfahren des Walynes, Sohn des Guyndally, High Steward of the Lordship of Camelot und an der Invasion von Strongbow beteiligt, während der Anglo-Normannische Truppen unter dem Earl of Pembroke – genannt Strongbow - dem irischen König von Leinster gegen einen Rivalen zur Hilfe eilten. Im folgenden Jahr wurde Strongbow König von Leinster und sein Kriegsherr, König Henry II. führte starke Truppen nach, um die normannische Kolonisation Irlands zu schützen.

Nach einer angelsächsischen Quelle soll der Ursprung des Namens WATTY und verwandter Formen für England in der Grafschaft Roxburgshire, nahe der Stadt Kelso am Tweed-River zu finden sein. Dort, an der Grenze zu Schottland, residierte 1162 Waltheof auf dem Rittergut Waldeve. Lord Walter war verwandschaftlich mit dem Königshaus David I. verbunden.

Die schottischen Namensform bildeten sich etwa um die gleiche Zeit in der Landschaft Argyll westlich von Glasgow, wie aus Census Rolls und Abgabenlisten der schottischen Herren zu entnehmen ist.

Im 16. und 17.Jh. finden wir die Namensform WATTY in Cornwall wieder, sowie auf französischer Seite des Ärmelkanals am Pas de Calais in regionalen Abwandlungen. Weniger verbreitet, aber vorhanden, ist sie im gesamten nordfranzösischen Raum sowie gering in Mittelfrankreich. Von Frankreich aus verbreitet sie sich auffällig seit der Hugenottenverfolgung in ganz Europa.

Verbreitung in Europa Diese Wanderungsbewegung aus Frankreich führte zur Verbreitung des Namens nach England - zusätzlich zu den dort bereits lebenden Namensträgern - nach Belgien und Holland, nach Deutschland in die Pfalz und nach Brandenburg, Berlin, Celle und Hamburg sowie vereinzelt über Norditalien bis nach Graz in Österreich. Dort ist der Zinngiesser Ambrosius Watty nachgewiesen, welcher über Turin aus Frankreich einwanderte. Die Familie ging allerdings später in der Cerruti-Familie auf, eine Verbindung nach Deutschland konnte als 'Watty' nicht nachgewiesen werden. Interessant ist, dass im 19. Jh. ein männlicher Emigrant mit Namen Watty aus Rumänien nach Nordamerika einwanderte. Eine Verbindung ist bisher nicht herstellbar.

Aus England gingen bereits im frühen 17. Jh. weitere Wanderungs-Bewegungen nach Nordamerika und in die Karibik. 1623 landeten 2 Familien mit Namen Watty in Virginia, und können so zu den Pilgervätern gezählt werden, die aus Glaubensgründen in die neue Welt aufbrachen. Sie gelangten an unterschiedliche Plätze mit der Siedlungsgesellschaft des Christopher Stoakes dorthin. Ein weiterer britischer Watty gelangte mit dem Thornhill's Regiment of Foot in die britische Kolonie Barbados. Dort gibt es den Namen heute nicht mehr. Auf einer der Nachbarinseln, Domenica, war jedoch noch Ende des 20. Jh. ein Watty als nordamerikanischer Honorarkonsul tätig.

In Belgien und in Holland existiert der Name Watty und seine Nebenformen heute ebenfalls noch, und das nicht einmal ausgesprochen selten.

Nach Deutschland kamen die Glaubensflüchtlinge bereits Ende des 16. Jh., so z.B. nach Frankenthal in der Pfalz, wo seit etwa 1570 Nebenformen des Namens nachgewiesen sind. Desgleichen in Magdeburg und Celle.

Vor mehr als 400 Jahren kamen die ersten reformierten Christen nach Hamburg. Flamen, Wallonen und Holländer wurden durch die Schreckensherrschaft des spanischen Herzogs Alba aus den vereinigten Niederlanden vertrieben. Sie fanden am Niederrhein, in Ostfriesland und auch in Hamburg eine neue Heimat.

In Frankreich erreichten die blutigen Hugenottenverfolgungen in der Bartholomäusnacht ihren grauenvollen Höhepunkt. Die Überlebenden flohen in protestantisch gewordene Länder, unter anderem auch nach Hamburg, das schon 1529 die erste evangelische Kirchenordnung erhalten hatte.
Doch die Lutheraner führten hier ein strenges Regiment. Sie sahen in diesen Fremden Unruhestifter, die sich nicht ihrer hierarchischen Kirchenordnung unterwerfen wollten. Die Flüchtlinge feierten nur einen schlichten Predigtgottesdienst und kannten keine "heiligen Zeiten".
Sie wollten sich auch nicht an die vorgeschriebenen Predigttexte binden, sondern erläuterten ganze Bücher der Bibel - getreu dem Auftrag, das Evangelium zu verkünden. Sie hielten am Verständnis des Abendmahles fest, wie Johannes Calvin es formuliert hatte. Deshalb wurde den Reformierten die freie Religionsausübung in Hamburg nicht gestattet.
Fleiß, Bildung und Kapital sowie die guten Handelsbeziehungen der Niederländer und der Hugenotten waren zwar willkommen, aber sie wurden doch mit Misstrauen und vielleicht auch ein wenig mit Neid betrachtet, denn viele von ihnen hatten es schnell zu einigem Wohlstand und Ansehen gebracht.

Niederländer gründeten 1588 in Stade ihre erste reformierte Gemeinde. Hier ist bereits 1590 die Witwe WATIER DE LA VIGNE als Gemeindemitglied nachweisbar, wobei 'de la vigne' die Herkunft aus Antwerpen nach hugenottischem Flüchtlingscode bedeutet.
Im Jahre 1602 erhielt das benachbarte Altona durch das Privileg des Grafen von Schauenburg und Holstein in einem bestimmten Gebiet Handels-, Gewerbe- und Glaubensfreiheit. Die beiden Straßennamen "Große" und "Kleine Freiheit" erinnern noch heute daran. So konnten die Reformierten an der "Freiheit" eine Gemeinde gründen. Ihr gehörten Franzosen, Niederländer und Deutsche aus Hamburg und Altona an. Gepredigt wurde in allen drei Sprachen. Das machte das Gemeindeleben schwierig. Die sprachlichen Barrieren und politischen Grenzen - Altona kam erst 1937 zu Hamburg - führten zu manchen Trennungen. 1686 spalteten sich die Deutsch-reformierte Gemeinde und die Französisch-reformierte Gemeinde in Hamburg und Altona.

Aufgrund der beschriebenen etymologischen Verbreitung und nach Verfolgung der Wanderungsbewegungen in Europa kann daher begründet angenommen werden, dass der älteste, direkt zuzuordnende Vorfahr des deutschen Zweiges der Familie, JOSEPH WATTIN, ein Hugenotten-Abkömmling war.

Etymologischer Namensstamm


Etymologischer Namensstamm

Weitere Indizien sind sein Beruf – er war Perückenmacher – und sein sozialer Status in Hamburg. Die 'Perruquier' waren in jener Zeit eine hauptsächlich für den französischen Hof und den Adel tätige Gilde - die erste Perückenmacher-Gilde wurde 1656 in Paris gegründet, wo um 1630 die erste Perücke für den kahlen König gefertigt wurde, die erste deutsche Gilde folgte erst 1716 in Berlin.

Sein Name ist in den Taufbüchern seit 1720, in den Schutzverwandtenregistern der Stadt ab 1732 belegt. Diese wurden ab 1713 geführt, zwischen 1714 und 1732 besteht leider eine Lücke. Da er die Nummer 146 trägt, ist er wohl um etwa 1715/16 zum ersten Male registriert worden, hat jedoch mit Sicherheit nicht nach 1708 in Hamburg geheiratet, da sein Name in den Hochzeitsbüchern erst bei der 2. Hochzeit 1751 erwähnt wird. Schutzverwandte waren keine alteingesessenen Bürger der Stadt, sondern zugewanderte Fremde, die sich den städtischen Schutz mit jährlichen Geldleistungen erkaufen mussten. Joseph Watty zahlte jährlich hierfür 3 Marck Courant. In Dokumenten zur Nürnberger Geschichte werden die Schutzverwandten in direktem Zusammenhang mit zugewanderten französischen reformierten Christen genannt. Joseph wurde in den erhaltenen Aufzeichnungen mit 5 unterschiedlichen Schreibweisen des Nachnamens geführt. Im Jahre 1651 finden wir im Fremdenschoßregister eine Eintragung für Johan WALTHIEN (Waltin), der von Bremen kommend 1650 zum ersten Mal Fremdenschoß zahlte. 1653 wurde er Bürger. Die Namensverwandschaft ist hier deutlich erkennbar. Verblüffend ist auch, dass Joseph alle männlichen Nachkommen mit dem Vornamen Johann bedachte. Eine Verwandschaft ist jedoch bislang nicht belegt.

Die Erforschung seiner Herkunft wird neben der Vervollständigung der bekannten Familiendaten den Hauptschwerpunkt der genealogischen Arbeit darstellen.

Sonstige Vorkommen und Verbreitung in der Welt
Die grossen Wanderungsbewegungen der Neuzeit, die Landnahme in den überseeischen Kontinenten und weitere, wirtschaftlich und religiös begründete Abwanderungen aus Europa sorgten seit Beginn des 18. Jh. für eine weltweite Verbreitung des Namens auf allen Kontinenten. Englische, frankophone und deutsche Kolonisten trugen ihn in alle Welt.
Ausschliessen können wir heute jedoch mit Sicherheit die vom ersten Verfasser der deutschen Genealogie vertretene Auffassung, der Hamburger Zweig wäre vom Kap der Guten Hoffnung nach Deutschland gekommen. In den vollständigen Siedlerlisten der Südafrikanischen Genealogischen Gesellschaft gibt es keinerlei Hinweis auf diese These und keinen Namen, der eine Verbindung zu Watty gestatten würde.

Eine weitere, recht eigentümliche Form des Namens finden wir bei den Nordamerikanischen Indianern. Bei mindestens zwei Stämmen, den Cherokee und den Schoschonen, finden wir in den indianischen Namen die Form Watty wieder. Bei den Cherokee z.B. ist es eine Form des indianischen Vornames 'Wahdih'. Er wird hier sowohl für weibliche als auch für männliche Personen teils als Haupt-, teils als Vor- oder Beiname verwendet. Möglicherweise hat dies jedoch eher etwas mit den mit der Indianerzählung Beauftragten zu tun, die die Namen auf eine ihnen bekannte Weise versuchten niederzuschreiben. In Nordamerika war der von britischen Kolonisten ins Land getragene Name Watty nicht ungewöhnlich und wurde oft auch als Verkleinerungsform des Vornamens Walter verwendet.

Die im Ostasiatischen Raum (z.B. auf den Philippinen) existierenden Wattys können ebensowenig mit unserem Namen verknüpft werden. Hier finden wir den Namen hauptsächlich bei weiblichen Personen.

Selbst in der Welt der 'Pokémon'-Phantasiewesen des japanischen Spieleherstellers Nintendo hat eine Verballhornung des Names Einzug gehalten - allerdings heisst die entsprechende Figur dort eigentlich 'Waaty'.